Behauhütte
Markieren des Stammes
Für die Herstellung von Brettern wurden grob behauene Stämme zur Behauhütte gebracht und auf zwei hölzerne Böcke gespannt.
Die Richtlinien für die anstehenden Arbeiten wurden mit einer Reißschnur markiert. Die Schnur, die von der Spule lief, wurde mit rotem Ocker (einer Mischung aus Ton und Hämatit, einem Eisenoxidmineral) eingefärbt und straff entlang des Stammes gezogen. Wurde die Schnur in der Mitte angehoben und wieder auf den Stamm zurückschnellen gelassen, hinterließ der rote Ocker eine gerade Linie auf dem Stamm, die als Orientierung für das Behauen diente. Entlang dieser Linie wurden die Flächen mit der zweihändig geführten Breitaxt (30–40 cm langes, leicht gebogenes Blatt) behauen.
Behauen und Ablängen
Sobald zwei Seiten des Stammes fertiggestellt waren, wurde das Holz gewendet. Dadurch entstand kantiges Bauholz, das anschließend abgelängt wurde – entweder mit einer 90–120 cm langen Zugsäge (Brettsäge, Gestellsäge), die von zwei Männern bedient wurde, oder mit der leichteren Gestellsäge (Spannsäge).
Bretter wurden mit der Rückensäge und der Laubsäge bearbeitet, die ein schmaleres Sägeblatt als die Rückensäge besaß. Kleinere Balken wurden ebenfalls geschnitten.
Weitere Werkzeuge und Nachbearbeitung
Weitere Arbeiten wurden mit der Breitaxt (waagrecht gestelltes Blatt zum Formen von Griffen), dem Holzhammer und dem Meißel (Hohlbeitel) sowie dem Bohrer ausgeführt.
Zum Glätten wurden Hobel, Feilen und Sandstein verwendet.
Verwendetes Holz
Vorwiegend wurde Fichtenholz verarbeitet, das größtenteils vor Ort geschlägert wurde und als Bauholz Verwendung fand oder als 8 m lange Balken im Turm eingebaut wurde.
Die Gerüste sind ebenfalls aus Fichtenholz. Für den Wehrgang und die Stiegen im/am Turm wird Lärchenholz aus den höheren Regionen des Metnitztals behaut.


